Brücken Landesgartenschau Oschatz

Die Herausforderung für die Entwurf kann bei kleinen Fußgängerbrücken mit bescheidenen Spannweiten sicher nicht in der heroischen Bewältigung Technischer Probleme gesucht werden. Spannweiten von 10 bis 20 Meter sind mühelos mit handelsüblichen Trägern zu bewältigen, die man ungestaltet über das Hindernis hinwirft, gleichgültig ob Straße Wasser, ein begeh- und befahrbarer Belag kann dort immer irgendwie befestigt werden. Das Thema der Aufgabe kann getrost woanders gesucht werden. Jenseits der von städtischen Straßenbauämtern zu Tode verwalteten Straßenbrücken hatten wir bei unseren Fußgängerbrücken die Gelegenheit, etwas unbeobachtet agieren zu können. Nein, keine Sorge, auch hierfür sind natürlich wasser- bzw. straßenbaurechtliche Genehmigungen erforderlich, muss eine Statik und eine Prüfstatik erstellt werden und wird alles von allen Ämtern abgenommen. Aber man kann doch noch ein bisschen auf den gesunden Menschenverstand pochen, kann darauf verweisen, das keine Tanklastzüge und Panzer die Brücke queren müssen und Bremslasten kalkulierbar bleiben. In den hier vorgestellten Fällen durften Architekten und Tragwerksplaner gemeinsam spielerisch entwickeln, was schön und elegant aussieht, einen Bezug zur Umgebung im Landschaftspark der Landesgartenschau herstellt. Eine Brücke, bei der jede Schraube dem Entwurfsgedanken folgt, und nicht ein aufgehübscht lächerliches Geländer. Extrem wichtig für diesen Entwurfsprozess ist das gegenseitige Verständnis von Architekt und Ingenieur. Ein guter Entwurf ist immer von beiden in gemeinsamer Diskussion entwickelt. Die Auseinandersetzung muss keineswegs immer einvernehmlich sein. Auf dem Gelände der Gartenschau sollten zwei alte Fußgängerbrücken ersetzt werden, die dem Hochwasser von 2002 zum Opfer gefallen waren. Die zwei Brücken befinden sich in der Döllnitzaue und dienen der Überquerung der Döllnitz. Brücke 1 befindet sich direkt am neuen Veranstaltungsplatz und überführt den Hauptweg auf die gegenüberliegende Seite in den Stadtwald, Brücke 2 überführt einen Weg vom Heimtierzoo in den gegenüberliegenden Stadtwald. Die Brücken dienen der verkehrlichen Anbindung der durch die Döllnitz getrennten Bereiche Auenwiesen und Stadtwald. Dabei sind die Brücken für Fußgänger und Radfahrerverkehr ausgelegt, erlauben aber auch die Querung mit Reinigungsfahrzeugen mit bis zu 5t Gewicht. Diese Brücken sind in Konstruktion und Gestaltung analog zu dem Stadtsteg und dienten quasi als Prototyp.

Bauherr Stadt Oschatz
LP 1-9 Objektplanung SAUERZAPFE ARCHITEKTEN
Tragwerksplanung ifb frohloff staffa kühl ecker
Planung 2004-2005
Bauzeit 2005

 

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