Brückenplatz Lüdenscheid

Die Brückenkonstruktion wird als erweiterte Platzfläche über den Gleisen verstanden. Sie verbindet auf einfache Weise alle an diesem Ort zusammen liegenden Nutzungen, die bislang durch den Gleiseinschnitt getrennt waren. Der Brückenarm in Achse der Gustav Adolf Straße verbindet fußläufig das Dienstleistungsquartier mit den technischen Instituten im Westen. Der zweite Brückenarm verbindet Parkhaus und PHÄNOMENTA. Die Brücke ist ein Ort der Verbindung und der Begegnung. Die besondere Brückengeometrie und die erweiterte Fläche in Brückenmitte machen die Querung zu einem Erlebnis und tragen zur Identitätsstiftung und Stärkung des Quartiers bei. Aufgrund der gegebenen Topografie und des notwendigen Lichtprofils des Bahnkörpers ergibt sich für die Verbindung in der Linie der Gustav-Adolf-Strasse die Notwendigkeit von Treppen zu beiden Seiten. Durch die parallel zur Mauer ansteigende Gustav-Adolf-Strasse ist zwischen PHÄNOMENTA und Parkhaus eine barrierefreie Verbindung durch Ausnutzung der gegebenen Höhenlagen möglich. Auf der Platzseite im Osten ist ein Aufzug unvermeidbar. Da das im Südosten unmittelbar an die Brücke anschließende Parkhaus ebenfalls einen Aufzug zur Erschliessung sämtlicher Ebenen benötigt, ist eine gemeinsame Nutzung dieses Aufzugs für Brücke und Parkhaus möglich. Der Entwurf verzichtet auf eine Pylonkonstruktion, um nicht mit dem zukünftigen Turm der PHÄNOMENTA zu konkurrieren. Die Konstruktion bleibt betont zurückhaltend und entwickelt ihre Formensprache aus dem Grundriss. Die entwickelte Tragwerkslösung sieht einen geschweißten Hohlkasten mit variabler Breite und Höhe vor. Dabei richtet sich die Breite nach den räumlichen Anforderungen. Die notwendige Bauhöhe ergibt sich aus statisch dynamischen Aspekten in Bezug auf die Gebrauchstauglichkeit und Tragfähigkeit. Die Geländerkonstruktion wird aus dem verlängerten Seitenblech des Trogquerschnittes gebildet. Die Fertigung der Brücke kann in Segmenten erfolgen. Die Stützenstellung ist so gewählt, dass sich transportable Segmente ausbilden lassen. Der Kreuzungspunkt muss aus Transportgründen vor Ort aus Teilsegmenten zusammengeführt, eingehoben und anschließend mit den vorher montierten Stegsegmenten verschweißt werden. Die Auflagerung erfolgt auf massiven Stützkonstruktionen entlang der Bahngleise sowie aufgelösten Stützen bzw. solitäre Stütze über dem Platz. Die Endauflager zur Platzseite werden in die Platzoberflächen bzw. im Tragwerk des Parkhauses integriert. Die Auflager zur PHÄNOMENTA werden ca. 2m vor der vorhandenen Stützwand ausgebildet, um die Eingriffe in die bestehende Wand zu reduzieren.

Bauherr Stadt Lüdenscheid
Objektplanung SAUERZAPFE ARCHITEKTEN mit Heiko Weissbach
Tragwerksplanung Prof. Pfeifer und Partner
Freianlagen Weidinger Landschaftsarchitekten
Wettbewerb 2012

 

 

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