Generationsquartier Stralsunderstraße Greifswald

Studentisches Wohnen mit Niedrigenergiestandard

 

Das Planungsgebiet liegt im Innenstadtbereich der Hansestadt Greifswald. Der Genius Loci wird geprägt durch die Innenstadtlage und den zwei auf dem Baugrundstück vorhandenen Baudenkmälern. Die ehemaligen Verwaltungsbauten zeigen eine klar gegliederte Backsteinarchitektur die typisch für die Region und den Entstehungszeitraum um 1900 sind. Um dem wachsenden bedarf an Studentenwohnungen in Greifswald gerecht zu werden, werden auf der Liegenschaft Studentenappartements mit ergänzenden Funktionen realisiert werden. Die straßenseitigen Solitäre werden durch einen weiteren, vermittelnden solitären Baukörper ergänzt. In den ehemaligen Hofbereich wird eine kleinteilige Dorfstruktur eingefügt. Der auf Kommunikation angelegte Städtebau sucht bewusst den Gegensatz und bedingt durch seine Kleinmaszstäblichkeit ein Höchstmaß an räumlicher Vielfalt.. Es entsteht eine „Studentische Insel", die den speziellen Bedürfnissen des temporären Wohnens der Studenten gerecht wird. Die studentische Wohngemeinschaft bildet sich in der dörflichen Gassengemeinschaft ab. Es entstehen zwei unterschiedliche Baukörpertypen: Durchgestecktes Wohnen in den Dorfmaisonetten und Reihenstudios in der über Laubengänge erschlossenen Zeilenstruktur. In den Maisonetten entstehen kleine Wohnungen mit hoher räumlicher Qualität. Der Student organisiert über zwei Etagen seine „eigenen vier Wände", unten studieren an der Gasse, oben wohnen in der bel ètage. Ein eigener Eingang mit Fahrradstellplatz. Von offener Begegnung bis intimer Zurückgezogenheit ist alles möglich. Die schlanken Reihenstudios werden über Laubengänge erschlossen, der Typus der Gasse setzt sich über die Etagen fort. Die Gasse orientiert sich zum Hof, die Panoramafenster zur Stadt. Das Dorf ist geprägt durch die orthogonalen Erschließungsgassen, die durch ihre Anordnung unterschiedliche Stadträume schaffen. Diese sind als Studiergarten, Dorfplatz, Studierhain und Anger thematisch unterschiedlich belegt. Die differenzierten Aussenräume schaffen vielschichtige Bezüge und unterstützen die Strategie der Begegnung und Kommunikation. Ergänzt wird dies durch eine freie Möblierung mit beweglichen Sitzobjekten, die von den Studenten in ganz unterschiedlichen Formierungen arrangiert werden können.

Bauherr Petruswerk Berlin, Stiftung der Katholischen Kirche
Planung matthias karch architekten / SAUERZAPFE ARCHITEKTEN
Tragwerksplanung HEG Beratende Ingenieure Berlin
Gutachten 2008
Planung 2009
Fertigstellung 2010

STR u 1a

 

STR u 2a

 

 

STR u 3a