Hochschule Sankt Gallen

Die Universität St. Gallen gilt als eine der führenden Wirtschaftsuniversitäten Europas. Die heutigen, rund 40 Jahre alten Gebäude sind seit Jahren über ihre Kapazität besetzt. Im Zuge der Erweiterung und Sanierung soll ein neues Seminargebäude erstellt werden. Das Gesamtensemble wird durch einen Baukörper ergänzt, der den angemessenen Respekt gegenüber dem Fördererbau wallten lässt und gleichzeitig dem gewachsenen Raumbedarf der Hochschule gerecht wird. Das gewählte Volumen sucht weder den provozierenden Kontrast noch die Anbiederung an die vorgefundene Formensprache. Das Seminargebäude behält Distanz zum Bestand. Der Übergang zum Neubau wird nicht durch ein additives Bindeglied erzielt, sondern durch den neuen Baukörper ausgebildet. Der Erweiterungsbau entwickelt sich aus dem Sockel des Hauptgebäudes und behält dessen massive Wirkung in Fortsetzung der monolithisch geprägten Westfassade bei. Materialität und Oberfläche variieren den vorgefundenen Duktus des Bèton Brut. Die horizontale Lagerung der Födererfassade mit breiten Sichtbetonbändern ist im Erweiterungsbau durch den Wechsel der Oberflächenqualitäten aufgenommen. Die Fenster werden in ein durchlaufendes Band aus gestocktem Beton eingebettet, die Brüstungsbänder in glatter Betonschalung ausgeführt. Die Fenster der Seminarräume werden innen bündig angesetzt und erzeugen in der Fassade ein starkes Schattenbild. Wie Hauptgebäude, Aula und Mensa lässt sich das neue Seminargebäude über die Hauptterrasse erschließen und integriert sich funktional in den Bestand. Die Charakteristik der solitären Stellung der Baukörper wird aufgenommen und fortgeführt. Die inneren Erschließungszonen werden mit einer Schicht aus Metall ausgekleidet. Der Zwischenraum nimmt die Haustechnische Installation auf, in die Oberfläche werden Serviceeinrichtungen integriert. Der glänzende Wandschirm bildet die Schließfächer als begehbare Skulptur aus. An einigen Stellen treten die rohen Sichtbetonqualitäten zutage und kontrastieren mit dem hohen Finish der Metalloberflächen.

Bauherr Kanton St. Gallen
Planung SAUERZAPFE ARCHITEKTEN
Wettbewerb 2003

 

HSG u 1

 

 

 

HSG u 2

 

 

HSG u 3

 

 

HSG u 4