Biotürme Lauchhammer
Nutzungskonzept für die Turmtropfenkörper Lauchhammer

In Lauchhammer erinnern nur noch wenige Objekte an einen der wichtigsten Standorte der DDR-Braunkohleindustrie. Das bedeutende Industrierelikt befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Großkokerei in Lauchhammer- West. Die baulichen Anlagen sind bis auf die biologischen Abwasserreinigungsanlagen, das Feuerwehrhaus und das Verwaltungsgebäude rückgebaut. Die Biotürme mit den sechs Turmtropfenkörpern, die einzige zum großen Teil funktionsfähig erhaltene biologische Nachreinigungsanlage, und das Belebtschlammbecken stehen seit 1996 unter Denkmalschutz. Die Biotürme sind das Relikt eines technikgeschichtlich bedeutenden Standortes in der Region, der weltweit ersten Braunkohlegroßkokerei. Als Entwicklungsstrategie für ein dauerhaftes Nutzungskonzept haben wir einen dreistufigen Ausbau des Geländes vorgeschlagen:

Stufe 1 Bestandssicherung Ensembles
Das Gesamtgelände ist damit begehbar und für temporäre Veranstaltungen nutzbar. Es können Führungen zur Geschichte der Anlage und der Kokerei sowie zum heutigen Geschehen auf dem Gelände angeboten werden.

Stufe 2 Erlebbares Industriedenkmal
Durch behutsame Eingriffe wird eine Turmtropfkörpergruppe von innen erlebbar. Mit der Aussichtsplattform und dem Ausstellungsgebäude erhält das Gelände zusätzliche Attraktionen und wird dauerhaft nutzbar.

Stufe 3 Ausstellungs- und Erlebnisort
Auf dem Gelände wird ein dauerhafter Ausstellungs- und Veranstaltungsort institutionalisiert. Der ehemalige Produktionsstandort wird zum lebendigen Erlebnisort.

Über verschiedene Klärstufen wurden die Abwässer in den sog. Biotürmen verrieselt und die Schadstoffe durch Bakterien abgebaut. Der Bakterienrasen befand sich auf Schlackesteinen im Inneren der Turmtropfkörper. Im nachgeschalteten Belebtschlammbecken erfolgte der Abbau der restlichen Inhaltsstoffe. In die sanierten Biotürme wird ein Treppenkörper mit Aussichtsplattform eingestellt und zwischen den Türmen eine Projektionsfläche mit Bühne errichtet. Eine mobile Projektionsanlage auf dem Belebtschlammbecken ermöglicht die Vorführung von Filmen. Sitzstufen in der Böschung bilden die Tribüne.

Auftraggeber IBA SEE Fürst-Pückler-Land GmbH
Planung SAUERZAPFE ARCHITEKTEN
Tragwerksplanung ifb frohloff staffa kühl ecker
Außenanlagen Weidinger Landschaftsarchitekten
Gutachten 2003

Bio u 1