IBA SEE Landmarke Lausitzturm

Die Landmarke nutzt das Ufer des zukünftigen Sees für einen exponierten Standort, der später im Wasser liegen wird. Sie ist zum gegenüberliegenden Ufer hin ausgerichtet und bildet den Brückenkopf für die Verbindung über den See. Der Turm ist durch eine Brücke vom Ufer zu erreichen, die den Turm seitlich durchstößt und in Richtung der Steganlage auf den See hin auskragt. Am uferseitigen Beginn der Brücke ist ein kleiner Baukörper angeordnet, der Platz für einen Kiosk und Toiletten bietet. Die Konstruktion des Turmes besteht aus einem Stahlträgergerüst, das eine hohe werkstattseitige Vorfertigung des Baukörpers erlaubt. Die vorgefertigten Teile können mit einem Autokran vor Ort in wenigen Tagen montiert werden. das Gerüst erinnert in seiner Ingenieurbauartigen Erscheinung an die Konstruktionen der großen Abraumbagger des ehemaligen Tagebaues. Die äußere Erscheinung des Turms ist durch eine seitliche Verkleidung aus diagonal verlaufenden Hölzern geprägt. Es sollen Hölzer mit einem Querschnitt von ca. 20 cm verwendet werden. Diese Querschnitte gelten in der Holzverarbeitung als Ausschuss und werden in der Regel zerspant. Die Hölzer werden in Längsrichtung geteilt und an den Schnittstellen miteinander verschraubt. Die netzartige Struktur bietet ein vielfältiges Licht- und Schattenspiel und leistet gleichzeitig die Windaussteifung des Turms. Durch die variierenden Abstände der Hölzer werden unterschiedliche Ausschnitte der umliegenden Landschaft sichtbar. Die Stirnseiten des Turms sind vollständig geöffnet und bieten dem Besucher ein gerahmtes Landschaftspanorama. Das Tragwerk des Turms wird von stählernen Strebenfachwerken in allen vier Seitenflächen gebildet. Die äußeren Treppenwangen bilden dabei die Diagonalstäbe des Fachwerks. Die außen liegenden gekreuzt angeordneten Rundhölzer unterstützen das Fachwerk und tragen sowohl als Zug- wie auch als Druckdiagonalen und bilden statisch sinnvoll das dargestellte zeichenhafte Gewebe. Über die offenen Stirnseiten hat man einen unverstellten Blick über den ehemaligen Tagebau. Je höher man steigt um so mehr begreift man die Dimension des industriellen Eingriffs in die Landschaft.

Auftraggeber IBA SEE Fürst-Pückler-Land GmbH
Objektplanung SAUERZAPFE ARCHITEKTEN
Tragwerksplanung ifb frohloff staffa kühl ecker
Wettbewerb 2005, 2. Phase

 

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