Kunsthalle Schweinfurt

Umbau und Sanierung des Ernst-Sachs Bades in Schweinfurt

Das im Stile der deutschen Reformarchitektur errichtete Gebäude behält als Kunsthalle sein äußeres Erscheinungsbild unverändert bei. Der Entwurf sieht einen vorsichtigen Eingriff in den Bestand vor, der die ehemalige Nutzung nicht leugnet, sondern die Schwimmhalle und das Becken als zentralen Ausstellungsraum nutzt. Von hier aus werden die weiteren Galerieflächen im Unter- und Obergeschoss erschlossen. Der Hof wird für einen großzügigen Ausstellungsraum unterkellert. Der Baumbestand wird durch einen amorphen Trog erhalten, der den Raum gliedert und mit einer umlaufenden Sitzbank das Motiv aus dem Innenhof wiederholt. Der offene Raum ist variabel bespielbar und von den umliegenden Räumen durch Fensteröffnungen einsehbar. Der Rückbau des Bestandes bleibt auf ein Minimum beschränkt. Die neu eingefügten Bauteile bleiben ablesbar, ohne den Gegensatz zwischen alt und neu vordergründig zu provozieren. Der Besucher wird durch die neue Raumteilung vom Haupteingang direkt zu einem Rundgang durch die Ausstellung geleitet. Das Museumscafe liegt am Vorplatz des Haupteinganges und steht auch externen Besuchern offen. Die ehemalige Lüftungslaterne wird in gleichmäßigem Rhythmus durch Glasfelder ergänzt, die das Tageslicht über die Balkendecke blendfrei gefiltert für die Ausstellungsflächen nutzt. Das begehbare Dach des Hofes ist durch einen umlaufenden Glasschlitz vom Bestand abgesetzt und belichtet den großen Galerieraum der Unterkellerung. Im Erdgeschoss werden Lichtdecken eingesetzt. Die neu eingefügte Galerie in der Unterkellerung des Hofes ermöglicht eine freie Raumbespielung. Von hier führt eine Rampe in die höher liegende Ebene des Ostflügels. In der eigentlichen Schwimmhalle wird der Besucher über die Rampen durch das ehemalige Becken geführt. In die Neigung des Beckenbodens werden Rampen eingeschnitten und aufgesetzt. Die ungewöhnliche Geometrie des Raumes lässt eine vielfältige Ausstellungslandschaft entstehen, die das gesamte Raumvolumen nutzt. Über dem Becken wird die vorhandene Galerie erweitert und eine filigrane Treppe eingefügt.

Auslober Stadt Schweinfurt
Planung SAUERZAPFE ARCHITEKTEN
Wettbewerb 2005

 

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