Depots und Werkstätten SMB Berlin

Die Liegenschaft wird durch den Baukörper des Archivgebäudes der Staatsbibliothek Berlin, der von waldartigem Baumbestand umgeben ist, geprägt. Das große, sehr kompakt angelegte Volumen des Archivgebäudes bildet den Maßstab für die zu ergänzenden Depotgebäude. Das Bauvolumen wird im Sinne des Raumprogrammes auf fünf Baukörper aufgeteilt. Diese Baukörper werden so platziert, dass in der Mitte der gesamten Anlage die bereits durch das Archivgebäude herausgearbeitete Freifläche erhalten und im Süden durch eine vorhofartige Erweiterung ergänzt wird. Die Depotgebäude werden ringförmig um diese Grünfläche angeordnet. Die Struktureinheiten werden als eigenständige Baukörper aufgefasst. Werkstätten, Funktionsräume und Büros werden direkt in die Depotvolumen integriert und geben dadurch räumliche Nähe zu den Lagerstätten und deren zugeordneten Funktionen. Durch weitgehende Gleichartigkeit der Anforderungen in klimatischer, sicherheitstechnischer und räumlicher Hinsicht macht diese Eingliederung auch wirtschaftlich Sinn. Die Depotgebäude beherbergen große Raumvolumen, die in der Regel nicht zugänglich sind. Diese Funktion des Lagerns und Deponierens wollen wir mit der Architektur verdeutlichen und über diese auch nach außen verlagern. Die Gebäude werden wie überdimensionale Schränke aufgefasst, in denen man Gegenstände lagert, die Kästen öffnen kann um Gegenstände hinein- oder herauszuholen. Die Struktur des hintereinander und übereinander Stapelns und des Ablegens soll über das Tragwerk bis in die Fassade ablesbar sein. Die Funktionsbereiche und Werkstätten werden als geöffnete Depoteinheiten arrangiert, wo Gegenstände zur Untersuchung und zur Restauration hervorgeholt werden können. Die Arbeitsräume und Funktionsbereiche treten wie geöffnete Schubladen aus dem geschlossenen Baukörper hervor, was die Bewegung der Vorgänge symbolisiert. Auf die gleiche Weise durchbrechen die Raumgruppen der Schau- und Studiendepots die Fassadengliederung und treten als gerahmte Volumen aus ihr hervor und machen dadurch neugierig auf ihr Innenleben. Die Oberfläche der geschlossenen Wandtafeln besteht aus Spritzbeton, der eine sehr raue Struktur erzeugt. Durch die unterschiedliche Ausbildung dieser Struktur entstehen abwechselnd helle und dunkle Elemente in der Fassade, die je nach Blickwinkel ein unterschiedliches Muster erzeugen. Die wie Schubkästen heraustretenden Fassadenelemente der Funktionsbereiche und Werkstätten werden in glatt geschaltem, dunkel gefärbten Beton hergestellt und je nach Nutzung großflächig verglast oder in der gleichen Rahmenkonstruktion mit reflektierenden Metallpaneelen geschlossen.

Bauherr Staatliche Museen zu Berlin
Planung SAUERZAPFE ARCHITEKTEN
Tragwerksplanung ifb frohloff staffa kühl ecker
Außenanlagen Weidinger Landschaftsarchitekten
Wettbewerb 2009

 

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