Straßenbahnhaltestelle Hauptbahnhof Berlin
Gutachterverfahren Straßenbahnhaltestelle Hauptbahnhof Berlin

Die Gegebenheiten des Ortes und Anforderungen der Nutzung werden mit wenigen Eingriffen für die Gestaltung genutzt. Das Hauptelement ist das Lichtdurchflutete Bahnsteigdach. Die horizontale Ausrichtung der Haltestelle wird durch die Parallelität von Dach und Sockelwand verstärkt und bildet einen bewussten Kontrast zum umliegenden, von Hochhäusern geprägten Städtebau. Die Oberseite des Daches ist verglast und lässt Tageslicht auf den Bahnsteig fallen. Auf der Unterseite des Rostes werden die Öffnungen bündig mit Lichtgittern geschlossen. In den Hohlraum des Daches sind alle erforderlichen technischen Installationen integriert. In der Dunkelheit leuchtet der gesamte Dachkörper. Der Dachrand erhält eine umlaufende Attika aus Stahlblech, in dieser wird mit Lasertechnik der Schriftzug HAUPTBAHNHOF ausgeschnitten und hinterleuchtet. Die Position der Stützen wurde so gewählt, dass die Bewegungsfreiheit auf dem Bahnsteig nicht eingeschränkt wird und das Dach eine dynamische Auskragung erhält. Auf der Straßenseite bilden die Stützen die Pfosten der Fassade. Die Werbevitrinen werden in die Konstruktion integriert. Zur stark befahrenen Invalidenstraße wird der Bahnsteig über seine gesamte Länge mit einer Sockelwand begrenzt. Diese wird in glatt geschaltem Ortbeton ausgeführt. In der gleichen Bauweise werden die Umwehrungen für Treppe und Fahrtreppe hergestellt. Das Material bildet als Plattenware auch den Bahnsteigbelag. Das Tragwerk besteht aus einem Stahlträgerrost, der in Quer- und Längsrichtung auskragt. Die einzelnen Träger des Rosts bestehen aus verschweißten Profilen IPE 500. Der Rost wird von drei Stützen gehalten, die über das Dach hinaus auskragen und die Oberleitung tragen. Außerdem liegt das Dach auf der Rückfassade auf, die mit Pfosten und Riegeln aus MSH-Profilen gebildet wird. Die Eindeckung erfolgt mit Verbundglasscheiben. Die Verglasungsebene wird auf schlanker Unterkonstruktion in Neigung verlegt; die Entwässerung erfolgt über die Rückfassade. Die Aussteifung der Konstruktion erfolgt in Längs- und Querrichtung über die drei fußeingespannten Hauptstützen. Termische Verformungen in Längsrichtung werden über die Biegesteifigkeit der Stützen aufgenommen. Die Scheibenwirkung der Dachkonstruktion erfolgt über Vierendeelwirkung der Trägerrostfelder. Der Materialaufwand der gesamten Stahlkonstruktion einschließlich Fassade und Stützen liegt mit 163kg/m²DFL.

Bauherr Berliner Verkehrsbetriebe
Verfahren Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abtl. Städtebau und Projekte
Planung SAUERZAPFE ARCHITEKTEN
Tragwerksplanung ifb frohloff staffa kühl ecker
Gutachten 2011

 

STB u 1