Topographie des Terrors Berlin
Dokumentationszentrum auf dem ehemaligen Gestapo-Gelände in Berlin

Die Bebauung, in denen sich die zentralen Einrichtungen des nationalsozialistischen SS- und Polizeistaates befanden, zeichnen sich als Schattenfläche auf dem historischen Gelände ab. Stahlkanten bilden eine um 50 cm erhabene Fläche, die mit dunklem Kiesschotter angefüllt und befestigt wird. Über diese Flächen wird kein „Gras des Vergessens wachsen". Diese Fläche muss von den Besuchern des Dokumentationszentrums betreten und überquert werden. Der Fußweg zwischen Mauer und Topographiegelände wird geöffnet und bildet an den Mauernden den Hauptzugang. Das Gelände wird von einer Einfriedung aus vertikalen Stäben gegen Vandalismus geschützt. Die ehemals nicht bebauten und die Flächen ohne Nutzung durch den NS Staat werden der sich spontan bildenden Vegetation überlassen. Der Baumbestand bleibt erhalten. Das Gebäude als dienendes Element des Geländes wird in seinen Grundabmessungen auf einen Würfel mit 33 m Seitenlänge reduziert. Es befindet sich außerhalb der ehemals bebauten Flächen, dort wo niemals ein Gebäude stand. Das Gebäude verweigert sich einem städtebaulichen Bezug im üblichen Sinn und wird exakt in Nord-Süd Richtung platziert. Die geforderten Nutzflächen werden in 6 Etagen gestapelt, die öffentlich zugänglichen Bereiche wie Ausstellungsflächen und Veranstaltungssaal werden in den unteren Etagen und weniger öffentlich frequentierte Bereiche in den oberen Etagen angeordnet. Das Gebäude erhält eine umlaufende Rampe, die den Besuchern Ausblick auf das Gelände und Einblick in das Gebäude gewährt. Die Rampe endet auf einer Besucherplattform auf dem Dach des Gebäudes. Von hier aus haben die Besucher einen Überblick auf das Gelände als Hauptexponat der Ausstellung. Die innere gläserne Schicht der Fassade ermöglicht aus allen Nutzungsbereichen einen freien Blick auf das Gelände. Umhüllt wird diese mit einer horizontalen Lamellenstruktur, die die Außenwirkung des Körpers vereinheitlicht und den Sonnenschutz gewährleistet. Die Ausgrabungen werden als abgesenkte Bereiche in die Fläche integriert und sind über schmale Treppenläufe zugänglich. Die Bodendenkmäler werden mit filigranen Stahl-Glas Konstruktionen abgedeckt. Die Ausgrabungen entlang der Niederkirchnerstraße werden in den Bereichen ehemaliger Bebauung von der Kiesschotterfläche überdeckt. Parallel zur Mauer verlaufende Einschnitte belichten die Ausgrabungen.

Auslober Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Planung SAUERZAPFE ARCHITEKTEN
Wettbewerb 2005