Kulturstiftung, Dortmund 1989
000 Kulturstiftung, Dortmund 1989
Aus der Notwendigkeit, dem Dortmunder Stadtraum eine intelektuelle Infrastruktur zu geben, entwickelte sich der initiierende Vorschlag einer Kulturstiftung, die Raum für kreative und mediative Arbeit, theoretische Wissenschaften und internationale Verbindungen schaffen soll. Das Haus führt Künstler, Wissenschaftler und Manager aus prinzipiell allen relevanten Sparten zusammen. Es geht darum, einen Diskurs von Kunst, Wissenschaft und Management zu Grundfragen von Kultur und Geschichte in Gang zu setzen. Das Gebäude bietet Gästewohnungen und Arbeitsmöglichkeiten in Ateliers an. Diese erstrecken sich sich vom Bildhaueratelier über verschiedene Werkstätten bis zu einem Tonstudio. Enthalten sind ferner verschiedene soziale Einrichtungen. Von grundlegender Bedeutung für die Assoziierung des mediativen Charakters der Einrichtung ist die architektonische Gestaltung des Gartens. Um die politische Funktion (Öffentlichkeit) der Stiftung im Stadtraum hervorzuheben, lässt eine Reihe architektonischer Eingriffe das Innenleben des Gebäudes für die Öffentlichkeit aspektuell transparent werden. Aus der Zielsetzung ergibt sich in sinnvoller Weise eine innerstädtische Lage für die Institution. Emblematisch für diese Bauform ist eine Durchdringung von Raumprogramm, Leitidee und architektonischer Verwirklichung. Das Ergebnis dieser Verzahnung ist eine intensive atmosphärische Ausstrahlung des Bauwerkes. Für die Kulturstiftung werden Aspekte traditioneller Klosterbaukunst neu interpretiert. Es geht um die sensible Vernetzung von architektonischer Ausformung und räumlicher Nutzung mit dem Ziel einer hohen athmosphärischen Dichte.
Diplomarbeit WS 1989, Universität Dortmund
Lehrstuhl für Entwerfen und Städtebau Professor Josef Paul Kleihues