Marktplatz, Weissenfels 2002
037 Marktplatz, Weissenfels 2002
Der Stadtraum folgt einem klaren Grundgerüst aus Gehwegen, Fahrbahnen und Aufenthaltsflächen – dem „Skelett“ der Stadt, an dem sich Gebäude und Freiräume orientieren. Am Marktplatz verdichtet sich dieses Netz zu einer allseitig erschlossenen, unbebauten Fläche. In der heutigen Gestaltung des Weißenfelser Marktplatzes ist diese Ordnung kaum noch ablesbar. Gebäude und Freiflächen verlieren ihre räumliche Beziehung und wirken wie Inseln auf einer durchgehenden Pflasterfläche. Der Entwurf führt die verlorene Struktur zurück: Geh- und Fahrwege werden klar gegliedert und bilden ein robustes, unabhängig von wechselnden Verkehrskonzepten lesbares Grundgerüst. Entscheidend ist nicht, wie die Fahrbahn genutzt wird, sondern ihre eindeutige räumliche Zuordnung. Die Beläge orientieren sich am Duktus der Stadt. Ein Fries aus großformatigen Granitplatten fasst die Platzfläche und setzt ortstypisches Material als präzises Gestaltungselement ein; eingestreute dunkle Steine beleben die Fläche. So wird der Marktplatz zum flexiblen Podium für Markt, Konzerte und Veranstaltungen. Gleichmäßig gesetzte Mastleuchten begleiten die umlaufenden Gehwege. Kirche und Rathaus werden durch blendfreie Bodenstrahler akzentuiert; ein ergänzendes Lichtdach schafft besondere Räume.
Wettbewerb 2.Preis
Bauherr: Stadtverwaltung Weissenfels
Mitarbeit: Vincent Rahm