Topographie des Terrors, Berlin 2005
071 Topographie des Terrors, Berlin 2005
Die ehemaligen Bauten des NS-SS- und Polizeistaates werden als „Schattenflächen“ im historischen Gelände sichtbar. 50 cm hohe Stahlkanten fassen ihre Grundrisse und zeichnen sie als dunkle Kiesschotterfelder nach. Die Besucher müssen diese Flächen betreten – Erinnerung wird zur körperlichen Erfahrung. Ausgrabungen werden als abgesenkte Räume integriert, über schmale Treppen erschlossen und mit filigranen Stahl-Glas-Konstruktionen geschützt. Lineare Einschnitte entlang der Niederkirchnerstraße belichten die Befunde. Unbesetzte Bereiche bleiben der spontanen Vegetation überlassen, der Baumbestand wird bewahrt. Das Gebäude ordnet sich dem Gelände unter: Ein 33 × 33 m großer, exakt nord-südlich ausgerichteter Würfel steht bewusst außerhalb der historischen Bebauung. Sechs Geschosse stapeln die Nutzungen; eine umlaufende Betonrampe verbindet sie und führt auf die Dachplattform mit Blick über das Gelände. Ein massiver Kern und klares Stützenraster tragen den Bau. Glasfassade, Rampe und horizontale Sonnenschutzlamellen bilden eine vielschichtige Hülle aus Transparenz, Bewegung und Schatten.
Wettbewerb
Mitarbeit: Caprice Schmidt